Grundlagen

Eine Dauerpflege ist auf ein langfristiges Zuhause angelegt. Bereitschaftspflege ist dagegen von vornherein eine Hilfe auf Zeit: Sie geben einem Kind in einer akuten Situation kurzfristig Schutz und Geborgenheit, bis geklärt ist, wie es für das Kind weitergeht. Beides ist wertvoll, es sind aber zwei unterschiedliche Aufgaben.

Ja. Für den Unterhalt und die Betreuung des Kindes erhalten Sie ein monatliches Pflegegeld vom Jugendamt (nach § 39 SGB VIII). Es deckt die Kosten des Kindes ab und enthält einen Anteil für Ihre Erziehungsleistung. Dieses Geld zahlt das Jugendamt direkt, unabhängig von der fachlichen Begleitung durch STANDBY Leuchtfeuer.

Das Kind ist versichert, oft familienversichert über die leiblichen Eltern oder über das Jugendamt.

Ablauf & Dauer

Aufnahmen in der Bereitschaftspflege erfolgen oft sehr kurzfristig, manchmal innerhalb weniger Stunden. Genau das ist das Wesen dieser Aufgabe. Auf diese Situationen bereiten wir Sie vor.

Bereitschaftspflege ist von vornherein auf eine begrenzte Zeit angelegt, von wenigen Tagen bis zu einigen Monaten. Wie lange genau, ist am Anfang oft noch offen, weil parallel geklärt wird, wie es für das Kind weitergeht. Mit dieser Ungewissheit umzugehen gehört zu dieser Aufgabe dazu.

Ja. Sie entscheiden bei jeder Anfrage selbst, ob eine Aufnahme gerade zu Ihrer Situation passt. Es ist völlig in Ordnung, auch einmal Nein zu sagen.

Ja. Nach einem Abschied tut eine Verschnaufpause oft gut, bevor ein neues Kind kommt. Wann Sie wieder bereit sind, bestimmen Sie.

Pflegefamilie werden

Nein. Wichtiger als ein bestimmter Beruf sind Ihre Lebenserfahrung, Stabilität, Belastbarkeit und die Bereitschaft, sich auf ein Kind in einer schwierigen Situation einzulassen. Auf die besonderen Anforderungen bereiten wir Sie in einer Schulung vor.

Ja. Es gibt nicht die eine richtige Familienform. Ob Sie allein leben, verheiratet sind, in einer Partnerschaft oder mit eigenen Kindern, entscheidend ist, dass ein Kind bei Ihnen sicher, willkommen und gut versorgt ist. Auch zur Miete zu wohnen ist kein Hindernis.

Ja, grundsätzlich sollte ein eigenes Zimmer und ein geschützter Rückzugsort vorhanden sein. Bei Säuglingen oder sehr kleinen Kindern kann es in der ersten Zeit auch passend sein, dass sie im Elternschlafzimmer schlafen.

Ja. Im Eignungsverfahren legen wir gemeinsam fest, für welchen Altersbereich und welche Konstellationen Sie sich gut vorstellen können. Bei einer konkreten Anfrage entscheiden Sie dann selbst, ob die Aufnahme passt.

Wie das Eignungsverfahren Schritt für Schritt abläuft, lesen Sie unter Pflegefamilie werden.

Familie & Alltag

Die hauptverantwortliche Betreuungsperson sollte für das Kind weitgehend verfügbar sein, gerade in den ersten Tagen nach einer Aufnahme und bei sehr jungen Kindern. Eine Vollzeittätigkeit der Hauptbezugsperson lässt sich damit in der Regel nicht vereinbaren. Ob daneben eine Tätigkeit möglich ist, etwa in Teilzeit, flexibel oder dadurch, dass eine zweite Person mit einspringt, klären wir im Eignungsverfahren offen mit Ihnen.

Ja, das ist möglich und oft auch schön für das Kind. Reisen werden vorher mit dem Jugendamt und den Personensorgeberechtigten abgestimmt. Zu bedenken sind außerdem geplante Umgangskontakte und der manchmal kurzfristige Charakter der Unterbringung.

Ihre eigene Familie ist Teil des Ganzen. Deshalb beziehen wir alle, die mit Ihnen im Haushalt leben, auch Ihre Kinder, in die Vorbereitung mit ein und schauen, dass die Aufnahme zu Ihrem Familienleben passt. Wie es allen Beteiligten geht, bleibt auch während der Hilfe Thema.

Kontakte zur Herkunftsfamilie finden über begleitete Umgangskontakte statt. Dafür stehen auch eigene Räumlichkeiten von STANDBY Leuchtfeuer zur Verfügung. Sie als Bereitschaftspflegeeltern sind dabei in der Regel anwesend und geben dem Kind Sicherheit, die Umgänge selbst begleiten wir.

Begleitung

Nein, Sie sind nicht allein. Eine feste Ansprechperson ist regelmäßig im Kontakt mit Ihnen und in dringenden Fällen auch außerhalb der Bürozeiten erreichbar. Dazu kommt der Austausch mit anderen Bereitschaftspflegefamilien.

Es ist menschlich, wenn eine Situation an Grenzen stößt. Wichtig ist, dass Sie das früh und offen ansprechen. Dann suchen wir gemeinsam nach einer Lösung, im Sinne des Kindes und in Ihrem Sinne.

Der Abschied gehört zur Bereitschaftspflege, und ja, er fällt oft schwer. In Schulung und im Austausch mit anderen Familien geht es deshalb immer wieder darum, wie man Nähe geben und zugleich loslassen kann. Dass Ihnen ein Kind wichtig wird, ist kein Fehler, sondern genau das, was es braucht.

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Kontaktieren Sie uns gern. Wir nehmen uns Zeit für Ihre Anliegen.